Wohin Österreichs Geld ins Ausland geht.
EU, Entwicklungshilfe, Weltbank, UNO, Ukraine, Klimageld und Haftungen für Exporte: jeder Posten aus amtlichen Berichten, sortiert nach Größe und mit Quelle.
- 3.033 Mio. €EU-Beitrag 2024
- 1.687 Mio. €Entwicklungshilfe 2024
- 319 Mio. €davon in Österreich ausgegeben (eigene Rechnung)
Die großen Posten.
Was Österreich in einem Jahr an die EU, als Entwicklungshilfe und an internationale Organisationen zahlt oder zusagt. Die Posten überschneiden sich zum Teil: Ein Stück des EU-Beitrags und die Weltbank-Zahlungen zählen auch als Entwicklungshilfe. Deshalb gibt es hier keine Gesamtsumme.
- EU-Beitrag 2024nationaler Beitrag zum EU-Haushalt, samt Anteil der Bundesländer3.033 Mio. €
- Entwicklungshilfe 2024alles, was Österreich international als Entwicklungshilfe meldet1.687 Mio. €
- Internationale OrganisationenBeiträge laut Budget 2026, von der Weltbank bis zur Weltraumagentur722 Mio. €
- Klimageld für andere Länder 2023zugesagt; tatsächlich ausgezahlt wurden 75,6 Mio. €555 Mio. €
- Weltbank-Fonds für die ärmsten LänderZusage für die Wiederauffüllung IDA-21, auf mehrere Jahre verteilt488 Mio. €
- Ukraine seit 2022staatliche und humanitäre Hilfe, direkt von Österreich, samt Nachbarländernknapp 325 Mio. €
Quellen: Budgetdienst des Parlaments, Zahlungsströme zwischen Österreich und der EU (PDF); ADA, ODA-Bericht 2024 (PDF); Finanzministerium, Beiträge an internationale Organisationen 2027/2028 (PDF); Bericht zur internationalen Klimafinanzierung 2023 (PDF); IFI-Beitragsgesetz 2025, Erläuterungen (PDF); Bericht der Außenministerin an das Parlament, EU-Arbeitsprogramm 2026 (PDF).
Fast jeder fünfte Euro Entwicklungshilfe wird in Österreich ausgegeben.
Nach den internationalen Regeln darf Österreich auch Kosten im eigenen Land als Entwicklungshilfe melden: Studienplätze für Studierende aus Entwicklungsländern und Kosten für Flüchtlinge und Asylwerber in Österreich. 2024 waren das 319,2 Millionen von 1.686,6 Millionen Euro, 18,9 Prozent (eigene Rechnung).
- 223,2 Mio. €Studienplätze in Österreich, gemeldet vom Bildungsministerium
- 96,0 Mio. €Flüchtlingskosten in Österreich: Innenministerium 57,6, Bundesländer 38,4
- 42,1 Mio. €Verwaltung der Entwicklungshilfe
- 10,2 Mio. €Öffentlichkeitsarbeit
Der Posten für Studienplätze wächst: 170,2 Millionen Euro 2023, 223,2 Millionen 2024 und vorläufig 283,1 Millionen 2025. Aus welchen Ländern die Studierenden kommen, wird nicht veröffentlicht.
Woraus die Entwicklungshilfe 2024 bestand
- Über die EUAnteil am EU-Haushalt und Europäischer Entwicklungsfonds468,0 Mio. €
- Studienplätze in ÖsterreichAusgabe im Inland223,2 Mio. €
- Weltbank-Gruppevor allem der Fonds für die ärmsten Länder (IDA)176,9 Mio. €
- Flüchtlingskosten in ÖsterreichAusgabe im Inland96,0 Mio. €
- Entwicklungsbank des Bundes (OeEB)Beteiligungen an Unternehmen und Kredite79,9 Mio. €
- Auslandskatastrophenfondshumanitäre Hilfe bei Krisen und Katastrophen70,7 Mio. €
- Regionale Entwicklungsbankenetwa für Afrika und Asien55,4 Mio. €
- Vereinte NationenBeiträge an UN-Organisationen46,6 Mio. €
- VerwaltungAusgabe im Inland42,1 Mio. €
- Green Climate FundKlimafonds der Vereinten Nationen40,0 Mio. €
- Zuschüsse zu ExportkreditenSoft Loans: verbilligte Kredite für Lieferungen österreichischer Firmen24,1 Mio. €
Rot: Geld, das in Österreich ausgegeben wird. Auswahl der größten Posten; die übrigen sind kleiner.
Quellen: ADA, ODA-Bericht 2024 (PDF), Stand Dezember 2025, Seiten 2 bis 13; Verlauf der Studienplatzkosten laut Finanzministerium, Beilage Entwicklungszusammenarbeit, Juni 2026 (PDF), Seite 6 (2025 vorläufig). Summe und Anteil der Inlandsausgaben: eigene Rechnung.
Die zehn größten Empfänger 2024.
Direkte Entwicklungshilfe von Österreich an ein Land oder eine Region, insgesamt 857,3 Millionen Euro. Was im Bericht als großer Anteil vermerkt ist, steht darunter.
| Rang | Empfänger | 2024 |
|---|---|---|
| 1 | Nicht einem Land zugeordnetvor allem Beteiligungen der Entwicklungsbank und Beiträge zu Programmen internationaler Organisationen | 136,74 Mio. € |
| 2 | Ukraineviel davon Studienplätze in Österreich, humanitäre Hilfe und Programme internationaler Organisationen | 63,52 Mio. € |
| 3 | Europa, regionalviel davon humanitäre Hilfe | 54,88 Mio. € |
| 4 | Türkeiviel davon Studienplätze in Österreich und Lehrkräfte, die Österreich entsendet | 24,25 Mio. € |
| 5 | Bosnien und Herzegowinaviel davon Studienplätze in Österreich; 2,24 Mio. € Zinssenkung bei Schulden | 23,17 Mio. € |
| 6 | Palästinensische Gebieteviel davon humanitäre Hilfe | 19,64 Mio. € |
| 7 | Afrika, regionalvor allem Beteiligungen der Entwicklungsbank und Programme internationaler Organisationen | 19,15 Mio. € |
| 8 | Iranviel davon Studienplätze in Österreich | 18,77 Mio. € |
| 9 | Äthiopienviel davon humanitäre Hilfe | 18,08 Mio. € |
| 10 | Uganda | 17,41 Mio. € |
Und China? Einen Betrag für China veröffentlicht keine österreichische Behörde; China ist 2024 nicht unter den zehn größten Empfängern. Eine vollständige Liste aller Länder gibt es nur bei der OECD, und die verwenden wir nach unserer Quellenregel nicht. Bei den Haftungen für Exporte steht China dagegen an erster Stelle, siehe weiter unten.
Quelle: ADA, ODA-Bericht 2024 (PDF), Seite 15, Tabelle „Die Top-Ten-Empfängerländer bzw. -regionen der bilateralen ODA 2024“, mit den Fußnoten zu Studienplatzkosten, Lehrerentsendungen und humanitärer Hilfe.
EU: 854 Millionen Euro mehr eingezahlt als zurückbekommen.
So rechnet die EU-Kommission die Nettoposition, und so übernimmt sie der Budgetdienst des Parlaments: Den Beiträgen aller Länder werden die Rückflüsse gegenübergestellt, etwa für Bauern, Forschung und Regionen. 2024 blieb für Österreich ein Minus von 854 Millionen Euro, 0,18 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im Schnitt der Jahre 2021 bis 2024 lag Österreich auf Rang 7 der Nettozahler.
- 2020Nettoposition, 0,38 % der Wirtschaftsleistung−1.428 Mio. €
- 2021Nettoposition−1.290 Mio. €
- 2022Nettoposition−1.364 Mio. €
- 2023Nettoposition, 0,24 % der Wirtschaftsleistung−1.128 Mio. €
- 2024Nettoposition, 0,18 % der Wirtschaftsleistung−854 Mio. €
Der EU-Beitrag selbst betrug 2024 3.033 Millionen Euro. In den Bundeshaushalt flossen 2024 1.532 Millionen Euro von der EU zurück, davon 1.282 Millionen über die Agrarfonds.
Quellen: Budgetdienst des Parlaments, Zahlungsströme zwischen Österreich und der Europäischen Union, Oktober 2025 (PDF), Seiten 5, 6, 8 und Tabelle 5. Eine Nettoposition für 2025 ist noch nicht veröffentlicht.
722 Millionen Euro für internationale Organisationen.
So viel ist im Budget 2026 an Beiträgen vorgesehen. Dazu kommt die Zusage von 488,5 Millionen Euro an den Weltbank-Fonds für die ärmsten Länder (IDA-21), 1,38 Prozent der gesamten Wiederauffüllung.
- Weltbank-GruppeBeiträge aus der Mitgliedschaft143,9 Mio. €
- Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM)Euro-Rettungsschirm, 2027 und 2028 nichts geplant94,3 Mio. €
- Europäische Weltraumagentur (ESA)76,1 Mio. €
- Green Climate FundZusage 2024 bis 2027 insgesamt 160 Mio. €60,0 Mio. €
- Afrikanische Entwicklungsbank und -fonds48,7 Mio. €
- UN-Friedenseinsätze35,4 Mio. €
- Kernforschungszentrum CERN30,0 Mio. €
- Ordentlicher Haushalt der UNO25,1 Mio. €
- Globale Umweltfazilität (GEF)16,5 Mio. €
Quellen: Finanzministerium, Beiträge an internationale Organisationen, Beilage zum Budget 2027/2028 (PDF), Tabelle 1, Werte für 2026; IFI-Beitragsgesetz 2025, Erläuterungen (PDF), Seite 8.
Ukraine: knapp 325 Millionen Euro seit 2022.
So viel staatliche und humanitäre Hilfe hat Österreich laut Außenministerin direkt für die Ukraine und ihre Nachbarländer bereitgestellt, 109,46 Millionen davon aus dem Auslandskatastrophenfonds. In der Entwicklungshilfe 2024 war die Ukraine mit 63,52 Millionen Euro das größte Empfängerland.
- knapp 325 Mio. €direkt von Österreich seit 2022
- rund 154 Mio. €Anteil an der Europäischen Friedensfazilität für die Ukraine
- 660.000 €für die zivile EU-Beratungsmission EUAM Ukraine
Die Europäische Friedensfazilität ist ein EU-Topf für Sicherheitshilfe. Österreichs Anteil richtet sich nach einem festen Schlüssel, 2,8 Prozent im Jahr 2025. Ukrainische Soldaten bildet Österreich laut Bericht selbst nicht aus.
Quelle: Bericht der Außenministerin an das Parlament zum EU-Arbeitsprogramm 2026 (III-294 d.B., PDF), Seite 4; Entwicklungshilfe laut ODA-Bericht 2024 (PDF), Seite 15.
28,9 Milliarden Euro Haftungen für Exporte, China an erster Stelle.
Das ist kein ausgezahltes Geld: Der Bund haftet über die Oesterreichische Kontrollbank, wenn ausländische Kunden österreichischer Firmen nicht zahlen. Ende 2024 waren vom Rahmen von 40 Milliarden Euro 28,9 Milliarden ausgenützt.
- rund 1 Mrd. €China, Garantien des Bundes
- 741 Mio. €Türkei
- 625 Mio. €Mexiko
Dazu kommen Soft Loans, verbilligte Kredite für Lieferungen in ärmere Länder: Ende 2024 bestanden 418 solche Garantien über rund 1,54 Milliarden Euro, die größten Zielländer sind China, Indonesien, Vietnam, die Mongolei und Ghana. Die Zuschüsse des Finanzministeriums dazu, 2024 rund 24,1 Millionen Euro, zählen als Entwicklungshilfe.
Quelle: Finanzministerium, Tätigkeitsbericht des Beirats nach § 6 Ausfuhrförderungsgesetz, Geschäftsjahr 2024 (PDF), Seiten 18, 21 und 24; Zuschüsse laut ODA-Bericht 2024 (PDF).
Klimageld: 555 Millionen zugesagt, 76 Millionen ausgezahlt.
Österreichs Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung 2023. Der größte Teil der Zusagen kam von der Entwicklungsbank des Bundes, rund 271,4 Millionen. Die direkten Zuschüsse von 105,7 Millionen Euro gingen in diese Regionen.
- Afrika49 Prozent51,9 Mio. €
- Überregional und sonstige21 Prozent22,2 Mio. €
- Südosteuropa21 Prozent22,0 Mio. €
- Asien und Ozeanien7 Prozent7,2 Mio. €
- Lateinamerika2 Prozent2,5 Mio. €
An den Green Climate Fund der Vereinten Nationen zahlte Österreich 2024 40 Millionen Euro, für 2025 und 2026 sind je 60 Millionen vorgesehen. Ein Bericht für 2024 ist noch nicht veröffentlicht.
Quellen: Bericht zur internationalen Klimafinanzierung, Berichtsjahr 2023 (PDF), Seite 6 und Tabellen 1, 2 und 4; Green Climate Fund laut Budgetdienst, UG 43, Budgets 2025 und 2026 (PDF), Seite 21.
Was amtlich nicht veröffentlicht wird.
Diese Zahlen gibt es in keinem österreichischen Bericht. Abgeordnete können sie mit einer parlamentarischen Anfrage verlangen.
- Entwicklungshilfe für China und für alle Länder außerhalb der zehn größten Empfänger
- aus welchen Ländern die Studierenden kommen, deren Studienplätze als Entwicklungshilfe zählen
- eine vollständige Jahresliste, wohin das Geld des Auslandskatastrophenfonds ging
- die EU-Nettoposition für 2025
Geprüft am 30.10.2026 in den Berichten von ADA, Finanzministerium, Budgetdienst und Außenministerium.